Archiv für Februar 2010

Warum heisst dieser Blog ‘Warum’?

Samstag, 27. Februar 2010

Kinder wollen die Welt kennen lernen und erforschen, sie sind kreativ und unvoreingenommen. Kinder sind neugierig – ihr Lieblingswort ist 'warum'. Mit zunehmendem Alter nimmt unsere Neugier und Kreativität oft ab. Oder werden Neugier und Kreativität nur unterdrückt?

Warum ist das so? Eltern und Lehrer wissen, was am Besten für uns ist, wir werden 'normgerecht' ausgebildet. Normierte Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Bürgerinnen und Bürger  sind gut für das System, sie sind reibungslos und dadurch werden die Prozesse effizienter – der Status quo bleibt intakt. Die Philosophie des kurzfristigen Erfolgs dominiert und wird durch die Belohnungssysteme zusätzlich gefördert. Langfristiges Denken ist unpopulär und wird nicht belohnt. Neue Ideen, Innovationen werden auf die lange Bank geschoben.

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass ein 'weiter so wie bisher' für diese Welt und unsere Gesellschaft keine Option ist. Finanz- und Wirtschaftskrise, Globalisierung, politische Konflikte und die Umweltzerstörung zeigen uns jeden Tag, dass die Systeme nicht mehr funktionieren. Hierfür verantwortlich ist ein globaler Werteverfall. Krisen, Konflikte und Umweltzerstörung sind nämlich auch Ausdruck unseres Umgangs mit unseren Mitmenschen und der Natur.

Nur ein permanentes Hinterfragen der aktuellen Misere kann zu einem Wandel hin zu einem 'anders als bisher' führen. Wir müssen den Status quo in Frage stellen und damit sind wir wieder beim 'warum'. Kinder können und tun das, warum können ehemalige Kinder es nicht? Haben wir es verlernt, sind wir zu arrogant, sind wir zu faul, trauen wir uns nicht mehr – haben wir etwa Angst?

Wir leben in einer Gesellschaft von organisierten Interessen. Institutionen, deren Macht im aktuellen Status-Quo verwurzelt ist, haben kein Interesse an einem Wandel. Also liegt es an uns und zwar an jedem Einzelnen. Gandhi sagte einmal 'Du musst der Wandel sein, den Du in der Welt sehen willst'. Ohne 'warum' kann es kein 'warum nicht' geben.

Und darum heisst dieser Blog 'Warum'.

Posted via email from Warum

Verbraucherschutz

Mittwoch, 10. Februar 2010
Woher kommt eigentlich die Bezeichnung 'Verbraucherschutz'? Schutz kommt von beschützen, d.h. vor etwas bewahren, behüten oder verteidigen. In der Regel gibt es also Angreifer. Angriff kommt von Aggression und Aggression bezeichnet im Konfliktfall das Verhalten einer Partei, die versucht einer anderen Partei etwas aufzuzwingen.

Mit dem Titel 'Mogelpackungen – Weniger Inhalt, deftiger Preisaufschlag' verweist der Stern auf eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg ( http://bit.ly/aD0UAq ). In ihr wird die Kreativität der Hersteller bei Abfüllmengen und Preisgestaltung seit der Freigabe der Verpackungsgrössen durch die EU beschrieben.

Konkret versuchen die Hersteller dem Verbraucher reduzierte Mengen zu höheren Preisen zu verkaufen, ohne das dieser es merkt. Die Verbraucherzentralen sehen es als ihre Aufgabe an, den Verbraucher hiervor zu beschützen.

Auf der einen Seite ist es gut, dass wir den Verbraucherschutz haben. Es wäre allerdings wünschenswert, dass wir mit den Informationen, welche uns zur Verfügung gestellt werden, mehr anfangen würden. Lamentieren wird nichts verändern, ein nennenswerter Boykott der betroffenen Produkte und Marken hingegen schon.

Auf der anderen Seite deutet die Notwendigkeit, den Verbraucher zu beschützen, auf ein gestörtes Verhältnis zwischen Hersteller und Verbraucher hin. Die beschriebene 'kreative' Preisgestaltung ist nicht dazu angetan, diese Verhältnis zu verbessern und Verbraucher zu loyalisieren.

Schlechte Voraussetzungen für langfristigen Erfolg.

Posted via email from Achim Muellers