Warum macht es die Politik nicht so wie der Profisport?

Im Profisport, beispielsweise der Formel 1, gibt es zur Teamfinanzierung das bewährte Sponsoring. Hierbei geht es darum, mit Geldleistungen, manchmal auch Sach- bzw. Dienstleistungen, das jeweilige Team zu fördern. Im Gegenzug erwartet der Sponsor eine Gegenleistung, welche die eigenen Ziele unterstützt.

Die Gegenleistung erfolgt in Form von Sponsoringpaketen, in denen alles genau festgelegt ist. In der Regel gibt es einen Hauptsponsor, der zuerst verhandelt wird und mehrere  Nebensponsoren. Einfach ausgedrückt: Je höher die Fördermassnahme, desto größer das Logo und desto prominenter die Präsenz auf den Rennwägen, den Teamtransportern, den Fahreranzügen, der sogenannten Teamhospitality, dem Geschäftspapier usw. Zusätzlich können Fahrer, Team, Rennwagen für eigene Marketingaktivitäten des Sponsors gebucht werden. Von der Autogrammstunde bis zur Werbung ist hier alles möglich und in einer Preisliste festgelegt.

Warum machen das Parteien nicht genau so? Es gäbe Vier-Jahres-Verträge, selbstverständlich ohne Ausstiegsklausel, denn solange dauert eine Saison. Pardon, ich meinte natürlich eine Legislaturperiode. Die Sponsoringpakete wären öffentlich einsehbar und im Parteiengesetz wäre alles juristisch verankert. Auf den Anzügen der Politiker würden sich die Logos der Sponsoren entsprechend ihrer Bedeutung wiederfinden. Alles wäre transparent und die Zuschauer, also die Bürger, wüssten Bescheid.

Die Möglichkeit der Spende, also der freiwilligen, unentgeltlichen Leistung würde abgeschafft. Da sich die Parteien in Deutschland nur zu ca. 15% durch Parteispenden finanzieren, dürfte das kein Problem sein. Apropos Parteispende: Wussten sie, dass die Parteien in Deutschland für Spendeneinnahmen einen zusätzlichen Zuschuss ausbezahlt bekommen? Der Bürger spendet also nicht nur einmal!

Man könnte natürlich auch das Parteiensponsoring ebenso wie die Parteienspenden durch juristische Personen abschaffen und für die Parteienspenden von natürlichen Personen die steuerliche Absetzbarkeit und den staatlichen Zuschuss abschaffen.

Parteien sind nämlich keine Formel 1 Rennställe.

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