Archiv für April 2010

Warum kann der Elektro-Auto-Gipfel der Herausforderung nicht gerecht werden?

Freitag, 30. April 2010

Am 03.05.2010 findet in Berlin der Elektro-Auto-Gipfel statt. Vertreter aus Politik und (Automobil)wirtschaft werden über die Umsetzung des 'Nationalen Entwicklungsplans Mobilität' diskutieren. Demnach soll Deutschland zum 'Leitmarkt für Elektromobilität' werden und bis 2020 sollen 1 Million Elektroautos auf unseren Strassen rollen, derzeit sind es noch 1.600.

Über diese Initiative ist bereits viel geschrieben worden: Darüber, dass die Reduzierung des CO2-Ausstoßes Priorität haben muss und Elektrofahrzeuge eben keine Null-Emissionsfahrzeuge sind. Darüber, dass der Strom aus erneuerbaren Energien kommen muss. Darüber, dass die deutsche Automobilindustrie jahrelang geschlafen hat und nicht nur darum Staatshilfen für sie unangebracht sind. Darüber, dass viel zu lange über die Besetzung der Spitzenposten in dem Lenkungsgremium und in den einzelnen Arbeitsgruppen gestritten wurde.

Darum geht es mir heute nicht.

Elektro-Auto-Gipfel impliziert, dass das Auto, ob gekauft oder geleast, als Garant für Mobilität gesetzt ist. Es wird also lediglich diskutiert, ob und wie man am Besten den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor ersetzt und welche Vorraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Dieser Ansatz ist meines Erachtens falsch.

Wie wir nicht erst seit Peter Drucker wissen, kaufen Kunden keine Erzeugnisse, sie kaufen das, was das Erzeugnis für sie leistet: Menschen fahren zur Arbeit, sie fahren zum Einkaufen, sie fahren in den Urlaub, sie fahren spazieren und stehen dabei immer häufiger im Stau. Steht ein Elektroauto etwa nicht im Stau?

In den nächsten Jahren wird sich der Arbeitsmarkt gewaltig verändern. Unterstützt durch die Kommunikationstechnologie, werden Menschen immer häufiger von zu Hause arbeiten. Laut Bitkom arbeitet bereits heute jeder 10te Erwerbstätige in Deutschland ganz oder zeitweise von zu Hause aus, das Home-Office liegt eindeutig im Trend. Wer im Home-Office arbeitet, muss nicht mehr zur Arbeit fahren.

Online-Versandhändler wie Amazon haben es vorgemacht. Die Bestellung im Internet mit Lieferung nach Hause ist auf dem Vormarsch. In den USA hat jeder 4te Haushalt bereits Online Lebensmittel bestellt, der Umsatz in 2009 betrug immerhin 10 Milliarden US Dollar. Wer sich seine Einkäufe nach Hause liefern lässt, muss nicht mehr zum Einkaufen fahren.

Selbstverständlich wollen Menschen mobil sein, aber dazu müssen sie in der heutigen Zeit kein Auto mehr kaufen:Sie können zu Fuß gehen, sie können mit dem Fahrrad fahren, sie können öffentliche Verkehrsmittel benutzen, sie können ein Taxi nehmen, sie können Autos bei Bedarf stunden- oder tageweise mieten, sie können sich ein Auto mit anderen Menschen teilen, sie können für längere Strecken Bahn und Flugzeug benutzen. Vor allen Dingen können sie aber immer mehr im Internet erledigen – das Internet ist inzwischen integraler Bestandteil der persönlichen Mobilität.

Hinzu kommt eine, nicht unwesentliche, soziale Komponente: Das Auto verliert zunehmend seine Rolle als Statussymbol, mit entsprechenden Konsequenzen gerade für die deutschen Premiumhersteller.

Von Joseph Schumpeter wissen wir, dass eine ökonomische Entwicklung auf durch Innovationen ausgelöste 'schöpferische Zerstörung' beruht. Für Schumpeter gilt das für Produkte als auch für neue Geschäftsmodelle. Statt also das Produkt 'Auto' als gesetzt zu betrachten, wären alle Protagonisten gut beraten, die Herausforderung gesamthaft und interdisziplinär zu betrachten. Ziel muss sein, das Leben der Menschen nachhaltig zu verbessern und das geht nicht ohne die 'schöpferische Zerstörung' von alten, überholten Produkten und Geschäftsmodellen.

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Warum wundert sich Aristophanes?

Montag, 26. April 2010

414 v.Chr. schrieb der griechische Dichter Aristophanes die Komödie 'Die Vögel'. Viele halten es für das grösste Werk des Dichters und es ist auch heute noch eine absolut lohnenswerte Lektüre.

Aristophanes beschreibt in diesem Werk die Machtergreifung der Vögel. Unter anderem steht in einem Vers 'Wer hat die Eule nach Athen gebracht?'. Daraus wiederum resultiert die noch heute gebräuchliche Redensart 'Eulen nach Athen tragen'. Im alten Athen wurde auf die Silbermünze eine Eule geprägt und das alte Athen war eine sehr reiche Stadt. Für Aristophanes war es überflüssig, in diese reiche Stadt Silbermünzen – mit der Eule – zu schicken, da die Stadt seines Erachtens nie an Geldmangel leiden würde. So ändern sich die Zeiten.

Wer sich wahrscheinlich auch wundert, ist der Philosoph Diogenes, denn sein Fass hatte wenigstens noch einen Boden.

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Warum ist die Antarktis nicht sozial?

Montag, 26. April 2010

Ja, warum eigentlich nicht?

Die Antarktis umfasst die um den südlichen Polarkreis gelegenen Land- und Meeresgebiete. Sie ist von einer grossen Packeiszone umgeben, wo sich ein reichhaltiges Ökosystem entwickelt hat.

Charakteristisch für die Antarktis sind die Pinguine. Deren eigentlicher Lebensraum ist das Meer. Sie kehren lediglich zum Brüten ans Land zurück, unter anderem also auch in die Antarktis. Die Antarktis ist also eine Plattform, welche von den Pinguinen – kostenlos – genutzt werden kann. Ist sie darum sozial?

Selbstverständlich nicht.

Pinguine sind sozial. Es sind sehr gesellige Tiere, bei denen Eiablage, Brut und die weitere Aufzucht synchron in grossen Brutkolonien stattfindet. Diese können mehrere Millionen Tiere umfassen.

Was für die Antarktis gilt, gilt ebenfalls für Facebook & Co.: Sozial sind allenfalls die Nutzer, nicht aber die Plattform.

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Warum ist die Kooperationsstrategie von Daimler smart?

Freitag, 16. April 2010

Bei der vor Kurzem bekannt gegebenen Kooperation zwischen Daimler und Renault geht es laut offiziellen Bekanntmachungen um eine Zusammenarbeit im Kleinwagensegment und bei Lieferwagen, um den Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Motoren sowie einer Kooperation im Teile-Einkauf.

Um mehr nicht? Im Gesamtkontext betrachtet, ergibt sich für mich ein anderes Bild:

  • Die Kooperation zwischen Daimler und RWE, Stichwort 'e-mobility'.
  • Die 10%ige Beteiligung von Daimler an Tesla.
  • Das Carsharing-Projekt 'car2go' in Ulm und Austin/Texas.
  • Die bevorstehende Markteinführung des Elektrofahrzeugs Nissan Leaf.
  • Die Kooperation zwischen Renault und 'Better Place', einem Projekt zur flächendeckenden Infrastruktur für den Betrieb von Elektrofahrzeugen.

Mittelfristig geht es also um sehr viel mehr als die effizientere Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor.

Und darum ist diese Kooperationsstrategie mehr als smart.

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Warum lügen wir?

Donnerstag, 15. April 2010

Menschen lügen aus vielerlei Gründen. Wir lügen aus Eigennutz, um uns persönliche Vorteile zu verschaffen. Wir lügen aus Selbstschutz, um begangene Fehler zu vertuschen. Wir lügen aus Angst, um etwaige negative Reaktionen auf eigene Standpunkte zu vermeiden.Wir lügen aus Höflichkeit, um andere Menschen nicht zu beleidigen. Wir lügen aus Solidarität, um andere Menschen zu schützen. Wir finden in der Regel immer einen Grund, um zu lügen und nicht alle davon sind per se schlecht.

Was aber wäre eine Welt ohne Lügen? Man versuche einmal, sich dieses Szenario vorzustellen:Eine Welt, in der Kinder, Eltern, Lehrer, Schüler, Freunde, Ärzte, Patienten, Religionsführer, Gläubige, Staaten, Politiker, Wähler, Juristen, Mandanten, Banken, Medien, Unternehmen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Marken, Kunden etc. nie lügen würden! Eine Illusion oder ein erstrebenswerter Zustand?
 
Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass Vertrauen für Menschen einerseits sehr wichtig ist, sie andererseits immer mehr Misstrauen empfinden: Gegenüber der Politik, der Religion, den Unternehmen und auch gegenüber anderen Menschen. Misstrauen resultiert nicht nur aus Fehlverhalten, sondern auch aus den in der Regel damit verbundenen Lügen zur Negierung bzw. Rechtfertigung.

Macht es Sinn, zwischen 'grossen' und 'kleinen' oder 'guten' und 'schlechten' Lügen zu differenzieren? Ist die Wahrheit das Gegenteil der Lüge? Gibt es eine absolute Wahrheit? Und vor Allem: Verkraften Menschen die Wahrheit? Nicht nur Mark Twain hat erkannt, dass 'ein dutzend verlogener Komplimente leichter zu ertragen ist, als ein einziger aufrichtiger Tadel'.

Spannende Fragen, die wir beantworten müssen, wenn wir das notwendige Vertrauen in dieser Gesellschaft wieder aufbauen wollen.

Inspiriert zu diesem Beitrag wurde ich übrigens durch die, aus meiner Sicht, hervorragende US-Fernsehserie 'Lie to me'. Und das ist keine Lüge :-)

Fortsetzung folgt.

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Gamers or gamblers?

Montag, 12. April 2010
Are we a species of gamers or gamblers? I would say we're a bit of both.

This is an inspiring presentation by Jesse Schell, Professor at Carnegie Mellon University, on the future of game development and what it means for us, our economy and our society.

Make sure to earn your points watching :-)

http://g4tv.com/videos/44277/DICE-2010-Design-Outside-the-Box-Presentation/

Posted via email from Achim Muellers

Warum meckern wir – die Zweite?

Mittwoch, 7. April 2010

Wir meckern immer öfter, siehe auch 'Warum ist CSR keine Einbahnstraße' vom 11.03.:

Über Arbeitgeber, die uns aber nicht zwingen, für sie zu arbeiten.
Über Fernsehprogramme, die wir aber abschalten könnten.
Über Werbung, die uns aber nicht mit vorgehaltener Pistole zwingt, die beworbenen Produkte zu konsumieren.
Über steigende Benzinpreise, aber wir könnten das Auto stehen lassen.
Über Politiker, die sich – in der Regel – aber nicht an die Macht geputscht haben.
Über, über, über – die Liste ist endlos!

Könnte es sein, dass wir nur zufrieden sind, wenn wir etwas finden, worüber wir unzufrieden sein können? Oder ist es so, dass wir Angst davor haben, uns mit einer eigenen Meinung zu exponieren und hierfür Gleichgesinnte zu suchen? Immerhin wird sich dann bestimmt jemand finden, der über uns meckert.

Zu guter Letzt: Wann haben sie das letzte Mal über sich selbst gemeckert?

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