Warum lügen wir?

Menschen lügen aus vielerlei Gründen. Wir lügen aus Eigennutz, um uns persönliche Vorteile zu verschaffen. Wir lügen aus Selbstschutz, um begangene Fehler zu vertuschen. Wir lügen aus Angst, um etwaige negative Reaktionen auf eigene Standpunkte zu vermeiden.Wir lügen aus Höflichkeit, um andere Menschen nicht zu beleidigen. Wir lügen aus Solidarität, um andere Menschen zu schützen. Wir finden in der Regel immer einen Grund, um zu lügen und nicht alle davon sind per se schlecht.

Was aber wäre eine Welt ohne Lügen? Man versuche einmal, sich dieses Szenario vorzustellen:Eine Welt, in der Kinder, Eltern, Lehrer, Schüler, Freunde, Ärzte, Patienten, Religionsführer, Gläubige, Staaten, Politiker, Wähler, Juristen, Mandanten, Banken, Medien, Unternehmen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Marken, Kunden etc. nie lügen würden! Eine Illusion oder ein erstrebenswerter Zustand?
 
Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass Vertrauen für Menschen einerseits sehr wichtig ist, sie andererseits immer mehr Misstrauen empfinden: Gegenüber der Politik, der Religion, den Unternehmen und auch gegenüber anderen Menschen. Misstrauen resultiert nicht nur aus Fehlverhalten, sondern auch aus den in der Regel damit verbundenen Lügen zur Negierung bzw. Rechtfertigung.

Macht es Sinn, zwischen 'grossen' und 'kleinen' oder 'guten' und 'schlechten' Lügen zu differenzieren? Ist die Wahrheit das Gegenteil der Lüge? Gibt es eine absolute Wahrheit? Und vor Allem: Verkraften Menschen die Wahrheit? Nicht nur Mark Twain hat erkannt, dass 'ein dutzend verlogener Komplimente leichter zu ertragen ist, als ein einziger aufrichtiger Tadel'.

Spannende Fragen, die wir beantworten müssen, wenn wir das notwendige Vertrauen in dieser Gesellschaft wieder aufbauen wollen.

Inspiriert zu diesem Beitrag wurde ich übrigens durch die, aus meiner Sicht, hervorragende US-Fernsehserie 'Lie to me'. Und das ist keine Lüge :-)

Fortsetzung folgt.

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