Warum geht es in der Eurokrise nicht nur um Wirtschaft und Finanzen?
Nicht erst seit dem letztem Wochenende gibt es in der Bevölkerung eine tiefe Verunsicherung Europa und den Euro betreffend. Am letzten Wochenende ist eigentlich 'nur' eine weitere Eiterbeule geplatzt. Die Probleme werden von einer Vielzahl von Experten und solchen, die es werden wollen, analysiert und diskutiert. Leider gibt es auch viel zu viel Polemik, Agitation und Populismus, welche die allgemeine Verunsicherung unnötig verschärft.
Mir geht es heute nicht um die wirtschaftlichen, fiskalischen und politischen Gründe, welche zu diesem Chaos geführt haben. Hierzu möchte ich nur festhalten, dass ökonomische Modelle zur Lösung der Probleme nur bedingt tauglich sind. Des weiteren hat die Bevölkerung das Gefühl, dass die Politiker nicht mehr Herr bzw. Frau der Lage sind. Dieser Vertrauensverlust wiegt schwer, denn immerhin tragen die Politiker die Verantwortung für einen gangbaren Weg aus der Misere. Das grundsätzliche Problem liegt woanders. Wer empfindet sich wirklich als Europäer bzw. Europäerin? Eine Währung alleine schafft keine Identität. Ein Parlament, von dem viele nicht wissen, wofür es zuständig ist und was es tut, schafft auch keine Identität. Keine Grenzen schaffen auch keine Identität. Jedes Unternehmen hat eine CI, einer Corporate Identity. Diese Unternehmenspersönlichkeit führt dazu, dass ein Unternehmen als Einheit wahrgenommen wird und als Einheit handelt. Europa bzw. die EU haben diese Identität nicht. Corporate Identity setzt sich aus mehreren Elementen zusammen, unter Anderem der Corporate Communication, der Unternehmenskommunikation. Hier liegt in der EU Einiges im Argen, denn es gibt de facto keine gemeinsame Kommunikation. Europa spricht nicht mit einer gemeinsamen Sprache, weder im übertragenen noch im direkten Sinn. Es gibt kein 'europäisches' Medium, weder online noch offline, welches über eine nennenswerte Verbreitung verfügt. Eine gemeinsame Sprache trägt wesentlich zur Identifikation bei. In der aktuellen Diskussion über den Euro hören wir oft, dass die Menschen in Deutschland der Deutschen Mark nachtrauern. Ist aber ein Deutschland ohne gemeinsame deutsche Sprache, dem sogenannten Hochdeutsch, vorstellbar? Wäre Deutschland mit der D-Mark erfolgreich gewesen, wenn Friesen, Westfalen, Rheinländer, Bayern, Schwaben und alle Anderen nicht miteinander hätten kommunizieren können? Ohne eine gemeinsame Sprache ist keine Kommunikation möglich. Kommunikation ist Voraussetzung für Identität und damit einer Wertegemeinschaft. Hierüber sollte Europa kreativ nachdenken und Lösungen erarbeiten. Mer sin noch nit an Schmitz Backes verbei – Rheinländer werden wissen, was ich meinePosted via email from Warum